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Gynäkomastie (Brustvergrößerung) beim männlichen
Jugendlichen
Charakteristika:
- Einseitige oder beidseitige gutartige Vergrößerung der männlichen Brust, vor allem während der Pubertät. (höchste Prävalenz – bevorzugtes Vorkommen: 13J-14J).
- Ungleichgewicht zwischen Östrogen- und Androgen-Konzentrationen, d.h. zwischen den weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen.
- Mikroskopisch eine Proliferation von dichtem periductalem Bindegewebe und merkliche Hyperplasie (Zellvermehrung) der duktalen Wand.
- Die Vergrößerung kann auch als Antwort auf einen Östrogenüberschuss oder eine verminderte Androgenproduktion auftreten. (Klinefelters Syndrom, Leydigzelltumor, selten aufgrund eines Sertolizelltumors, protrahiertes Leberversagen – Zirrhose – die Leber ist verantwortlich für den Östrogen-Metabolismus, manchmal beobachtet in Fällen von Hermaphroditismus, in Fällen von schwerer Mangelernährung).
- Pseudogynäkomastie bei Adipositas (nicht selten).
- Eine leichte physiologische Hypertrophie wird auch in der Neonatalperiode (3.-8. Lebenstag; mütterliche Hormone, die hier nachwirken) und während der Pubertät beobachtet. Daher hat gerade die Kinder- und Jugendchirurgie oftmals diese Patientengruppe zu betreuen.
Gynäkomastie
Symptome:
- Einseitige oder beidseitige Vergrößerung (Palpation: gummiartiges – diskusförmig gestaltetes Gewebe) der männlichen Brust.
- Schmerzhafte Schwellung ist typisch bei pubertierenden Jungen. (Drüsenschwellung, Protrusion der Brustwarze, „Reiben des T- Shirts“).
- Pubertale Gynäkomastie bildet sich meist innerhalb eines Jahres zurück (Zuwarten angezeigt).
Präoperatives Vorgehen; Untersuchungen:
- Palpation mit dem Gefühl einer Scheibe gummiartigen Gewebes (nicht tastbar bei der Pseudogynäkomastie).
- Ultraschall lokal, der Hoden und der Leber.
- Untersuchungen der Hoden, der Leber, endokrinologische Durchuntersuchung – „Hormonstatus“ (hCG, LH, Testosteron, Östradiol), Chromosomenanalyse (Klinefelter Syndrom) und Medikamentenanamnese.
- Im Falle einer physiologischen Gynäkomastie Rückversicherung und Folgeuntersuchungen in 1, 3 und 6 Monaten zur Beobachtung der Regression.
Operationsindikationen:
- Starke Schmerzen, Spannung.
- Psychologische Belastung.
Operation/Operationsschritte:
- Subkutane totale Mastektomie, d.h. Entfernung des Brustdrüsengewebes (bis zur Faszie des M. Pectoralis reichend) durch eine semizirkuläre periareoläre Inzision um die Brustwarze. Die Entfernung muss so angelegt sein, dass genügend Binde- und Fettgewebe mit Blutgefäßen unter der Brustwarze verbleibt, damit diese nicht Schaden nimmt.
- In schweren Fällen ist eine Mammareduktionsplastik erforderlich (McKissock).
Prinzip der Operation, die von Rokitansky für die Brustverkleinerung bei
Buben (Männern) angepasst und verändert wurde.
- Eine kurzzeitige Saugdrainage kann indiziert sein.
Postoperatives Management:
- Ziehen der Redondrainage am 2. postoperativen Tag.
- Ziehen der Hautnähte am 10. postoperativen Tag.
Prognose:
- Im Falle einer kompletten Mastektomie, d.h. Entfernung des Brustdrüsengewebes, kein Rezidiv.
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