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Omphalocele und GastroschisisDie großen Bauchdeckendefekte sind bereits antenatal diagnostizierbar und sollten bei der Ultraschalluntersuchung in der Schwangerschaft vor der 20. Schwangerschaftswoche (ab 12. SSW) auffallen. Ein isolierter großer Bauchdeckendefekt (d.h keine zusätzlichen Missbildungen) kann heute nach der Geburt mit ausgezeichneten Resultaten (d.h. Heilung des Kindes) behandelt werden. Wichtig ist die Versorgung in einem Perinatalzentrum, wo Gynäkologie, Neugeborenenintensivmedizin (Neonatologie) und eine Kinderchirurgie (Kinder- und Jugendchirurgie) nebeneinander verortet vorhanden sind. Ungünstig sind Transporte (Rettung, Hubschrauber etc.) nach der Geburt. Sie sollten, wenn möglich, vermieden werden. ![]() Omphalocele:
![]() Große Omphalocele ![]() Nach Verschluss der großen Omphalocele (noch ohne Nabelplastik) ![]() Nach Verschluss einer kleinen Omphalocele (mit Nabelplastik) und Korrektur einer Leistenhernie li. Gastroschisis (Laparoschisis):
![]() Typische Gastroschisis vor dem Termin entbunden ![]() Nach Verschluss der Bauchdecke bei Gastroschisis Zur EntbindungKinder mit Omphalocele können am Termin entbunden werden. Bei Kindern mit Gastroschisis ist die Entbindung zu einem früheren Zeitpunkt nach heutiger Ansicht vorteilhaft (geringere Veränderungen am Eviszerat Ödem, fibrinöse Auflagerungen, mögliche Darmdilatation). Besonders die intestinale Dilatation ist prognostisch relevant (kleine Gastroschisislücke führt zur Kompression bzw. Atresie des Darmes am BD-Defektring lleussituation Dilatation der Darmschlingen mit einem Durchmesser größer als 1,5 bis 2cm und Überdehnung der Darmwand führt postoperativen Peristaltikproblemen Adhäsionen Infektionsrisiko bei längerfristiger parenteraler Ernährung, d.h. Ernährung über die Vene). Zur operativen KorrekturZiel der operativen Korrektur ist es das inspizierte Eviszerat möglichst schonend und funktionstüchtig, unter Vermeidung eines abdominellen Kompressionssyndroms (das heißt z.B. intragastraler Druck und intravesicaler Druck – in der Harnblase - weniger als 20mmHg), in die Abdominalhöhle zu verlagern. Unter Dehnung der muskulären Bauchdecken kann in 50 bis 70 % ein primärer Bauchdeckenverschluss, mit Adaptierung beider Musculi recti in der Medianen, erzielt werden. Bei den anderen Fällen muss der Abdominalraum künstlich, entweder im Rahmen der so genannten Schuster Plastik oder mit einem künstlichen Material (z.B. Gore Patch, Plastik – Beutel, etc.) erweitert werden. Besonders bei niedrigem Geburtsgewicht, wo meist auch die eigentliche Bauchhöhle (natürlich in Relation zum Eviszerat) klein ausgefallen ist, sollte man sich, zur Vermeidung eines gesteigerten intraabdominellen Drucks (Gefahr der Einschränkung der Nierenfunktion, Probleme der Leber-, Nieren- und Darmdurchblutung, Abfall der Herzauswurfleistung durch mangelnden venösen Rückfluss zum Herzen als so genanntes „Cava - Kompressionssyndrom), eher zu einer Bauchdeckenerweiterungsplastik als zu einem Primärverschluss (mit adaptierten Musculi recti) entschließen.
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