Zur Gastroenteritis - Darminfektion

Bei allen Darminfektionen ist das Hauptsymptom der Durchfall. Er kann von Erbrechen oder Fieber begleitet sein. Beim Durchfall ist der Anteil des Wassers im Stuhl deutlich erhöht, das dem Körper entzogen wird und zu einem Wasserverlust führen kann. Die akute Magen-Darm-Infektion beginnt mit Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Erbrechen, teilweise Fieber und breiigen bis wässrigen Durchfällen, manchmal mit Blut oder Schleim. Je nach Ursache können auch andere Beschwerden auftreten, z. B.: Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen. In der dritten Welt stellen Magen-Darm-Infektionen eine wesentliche Ursache der Kindersterblichkeit dar.

Diese Durchfallserkrankungen werden durch Bakterien, Viren oder Amöben verursacht:

Häufige Erreger:

  • Amöbenruhr:
    Die Amöbenruhr ist eine Infektion mit dem Darmparasiten Entamöba histolytica.
    Der Patient mit Amöbenruhr zeigt zunächst Müdigkeit, Bauchschmerzen und Übelkeit. Nach einigen Tagen wird der Stuhl glasig und hat eine rötliche Farbe. Mangelhafte hygienische Zustände begünstigen die Verbreitung. Es werden zwei Formen der Amöbenruhr unterschieden: Eine meist symptomlose Minutaform, die nur den Darm betrifft, und eine zweite Form (Magnaform), bei der der Parasit andere Organe befällt. Symptomlose Überträger sind häufig. 90 Prozent der Infektionen laufen ohne Symptome ab. Bei der symptomatischen Form kommt es nach zwei Wochen Inkubationszeit zu breiigen Durchfällen und Schmerzen im Unterbauch. Beide Formen der Amöbenruhr werden mit Antibiotika behandelt. Auch symptomlose Träger sollten behandelt werden, um einer weiteren Übertragung der Krankheit vorzubeugen. Bei Durchfällen sollten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.
  • Bakterielle Ruhr:
    Infektion mit Shigellen durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Zuerst starkes Fieber und erhebliche, krampfartige Bauchschmerzen. Dann häufiges Erbrechen und Durchfall. Der wässrige Stuhl ist meist blutig und schleimig. Als wichtigste Infektionsgebiete erwiesen sich 1999 Ägypten und Tunesien.
  • Campylobacter:
    Infektion mit Campylobacter werden durch infiziertes Trinkwasser oder Nahrungsmittel übertragen. Symptome sind Schüttelfrost und Fieber, Bauchschmerzen und sehr häufige (bis zu 20 mal am Tag) Durchfälle und Erbrechen. Die Erreger sind relativ umweltresistent. Eine Übertragung – direkt auf fäkal-oralem Wege oder indirekt über keimhaltige Nahrung (Fleisch von Geflügel u. a. Haustieren, Rohmilch) oder Trinkwasser – ist durch eine vergleichsweise geringe Erregerzahl möglich.
  • Cholera:
    Infektion mit Cholerabakterien durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Neben wässrigem Stuhl auch dauerndes Erbrechen. Der Patient hat Untertemperatur. Er leidet darunter, dass er trotz gefüllter Harnblase diese nicht spontan entleeren kann.
    Bei Cholera sollte unbedingt beachtet werden, dass auch nach erfolgreicher Behandlung die Erreger noch drei Monate lang ausgeschieden werden können. Nachuntersuchungen können das überprüfen.
  • Colibakterien:
    Infektion mit Colibakterien bewirken leichten Durchfall, der gelegentlich von Erbrechen begleitet wird und dauern häufig nicht länger als zwei Tage. Die Kolibakterien gelangen durch Unsauberkeit nach dem Gang auf die Toilette auf Nahrungsmittel. Auch durch unsaubere Abwasserbeseitigung können Kolibakterien auf Nahrungsmittel und ins Trinkwasser gelangen.
  • Rotavirus-Infektionen: 
    Rotaviren sind bei Haustieren verbreitet, die Übertragung erfolgt aber überwiegend von Mensch zu Mensch oder durch Wasser. Rotavirus-Infektionen sind die häufigste Ursache einer virusbedingten Durchfallserkrankung im Kleinkindalter. Kinder mit einer Rotavirus-Infektion erkranken durchschnittlich schwerer als Kinder mit einer Gastroenteritis anderer Ätiologie (die Rate der Krankenhausaufenthalte ist höher).
  • Norwalk-like-Viren (SRSV, small round structured viruses): 
    Weltweit werden SRSV als häufigste Erreger virusbedingter Gastroenteritiden bei Erwachsenen angesehen. Die meist plötzlich einsetzenden Krankheitserscheinungen umfassen Übelkeit, Erbrechen, Leibschmerzen, Durchfall und allgemeines Krankheitsgefühl („epidemisches Erbrechen“). Charakteristisch ist eine starke Infektiosität, dabei spielen neben Speisen oder Getränken direkte Kontakte von Mensch zu Mensch eine größere Rolle als bei anderen Darminfektionen. Daraus ergibt sich eine besondere Bedeutung dieser Infektionen für Gemeinschaftseinrichtungen, in denen sie sich leicht ausbreiten können, und die Notwendigkeit von konsequenten Hygienemaßnahmen im Falle eines Ausbruchs.
  • Salmonellose:
    Bei Infektionen mit Salmonellen kommt es zu plötzlichem Unwohlsein und Übelkeit und später zu Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfällen. Die Erkrankung dauert in der Regel zwei bis fünf Tage. Die Betroffenen haben häufig Fieber. Der Kontakt zu Salmonellen ist möglich durch indirekten Kontakt mit erkrankten Menschen oder durch verunreinigte Lebensmittel. Oft finden sich Salmonellen bei häufig wieder aufgewärmten Speisen oder nicht durchgegarten Nahrungsmittel, z. B. Geflügel, Eier, Mayonnaise, Salate, Süssspeisen, Milchprodukte. Die Salmonellenenteritis ist eine häufige Darminfektion. Trotz Meldepflicht ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen.
  • Typhus/Paratyphus:
    Typhus und Paratyphus sind schwere Infektionen mit Salmonellen, die durch verschmutztes Wasser und Nahrungsmittel in den Körper gelangen. Häufig geht eine Verstopfung voraus. Die Körpertemperatur steigt allmählich. Der Patient leidet unter Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. In der zweiten Woche tritt Fieber bis zu 40 Grad auf. Am Rumpf und gelegentlich an Armen und Beinen erscheinen kleine rote Flecken. In der dritten Woche kommt Durchfall hinzu.

Therapie:

Der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust bei starkem Durchfall muss ausgeglichen werden. Später sollte langsamer Kostaufbau mit fettarmen Mahlzeiten erfolgen. Häufig sind spezielle Durchfallmittel nicht notwendig. Erst bei länger andauernden Durchfällen können Medikamente verordnet werden, die die Bewegung des Darmes vermindern und den Verlust an Mineralstoffen einschränken. In der Regel ist eine Antibiotika-Behandlung bei Magen-Darm-Infektionen nicht notwendig. Es gibt aber Ausnahmefälle, in denen Antibiotika verschrieben werden: z. B. bei Typhus, Cholera oder Amöbiasis. Bei bakteriellen Infektionen kann vom Arzt eine gezielte Behandlung verordnet werden. Die effektivste vorbeugende Maßnahme gegen jede Art von Darminfektionen sind gründliche hygienische Maßnahmen, insbesondere auf Reisen. Man sollte auf gekochte Lebensmittel achten und Salate und Meerestiere meiden. Rohes Obst sollte vor dem Verzehr geschält werden. Es kann empfehlenswert sein, auch zum Zähneputzen Mineralwasser zu verwenden. Achten Sie auf Hygiene beim Gang auf die Toilette. Eine Impfung ist gegen Typhus und Cholera möglich.

Lebensmittelvergiftungen:

Die Zahl der Lebensmittelvergiftungen steigt weltweit an. Begünstigt wird das Wachstum der Erreger, wenn Speisen nicht richtig gelagert und nicht ausreichend erhitzt werden. Übertragen werden die Bakterien durch infizierte Nahrungsmittel wie Fleisch, Milch, Eipulver, rohe Eier, Geflügel, Mayonnaise und Speiseeis. Weil die Mahlzeiten meistens von der ganzen Familie gegessen werden, kann eine Lebensmittelvergiftung mehrere Personen in einer Familie gleichzeitig betreffen. Eine Lebensmittelvergiftung beginnt in den meisten Fällen mit plötzlichen Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfällen, Fieber und Schüttelfrost. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden in wenigen Tagen von selbst ab.

Weiterführende Informationen/Studien:

Die Blinddarmentzündung (Appendicitis)

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Andere Erkrankungen die Bauchschmerzen auslösen

Blinddarmentzündung - Übersicht

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