Unfallprävention von Kindern im Umgang mit Hunden

Dr. Hans MOSSER
Oberarzt in der Klinik Donaustadt (ehem. Donauspital – SMZOst) im Sozialmedizinischen Zentrum der Stadt Wien

Einführung & Zielsetzung

Das Sprichwort vom Hund als des Menschen bester Freund ist durch zahlreiche psychologische Studien belegt. Im Besonderen kann ein Hund auf die psychosoziale Entwicklung des Kindes und des Jugendlichen, vor allem in der Großstadt, einen positiven Einfluss haben. An erster Stelle wird dabei die Förderung sozialer Fähigkeiten und kommunikativer Kompetenz genannt. Trotz dieser gesicherten Erkenntnisse zum positiven Einfluss des Hundes auf Kinder ist derzeit in der Öffentlichkeit eine Stimmung wahrnehmbar, die geprägt ist von Vorurteilen, Informationsdefiziten - und daraus resultierend Verhaltensunsicherheiten. Dadurch könnte Kindern besorgter Eltern die Gelegenheit genommen werden, die beglückenden und fördernden Auswirkungen des Zusammenseins mit Hunden zu erleben. Zweck dieses Artikels ist es, die Voraussetzungen für ein sicheres Zusammenleben und Umgehen von Kindern mit Hunden aufzuzeigen. Durch eine Metaanalyse relevanter Primärstudien werden Risikofaktoren und Indikatoren eines potenziellen „Hundeunfalles“ ausgemacht und auf dieser Basis Präventionsmaßnahmen entwickelt und dargestellt, denn Hundebeißunfälle sind ein weitgehend vermeidbares Gesundheitsproblem.

Material & Methode

Unter Einschluss von 25 publizierten Primärstudien über Hundebeißunfälle im Kindesalter wird ein Gesamtkollektiv von 7.261 untersuchten Unfällen in Form einer Metaanalyse nach folgenden Parametern ausgewertet: 

  • Alter des Kindes (Unfallopfer)
  • Geschlechtsverhältnis des Unfallopfers
  • Bekanntheitsverhältnis zum Hund
  • Fehlen oder Vorhandensein einer Provokation (das Unfallereignis erkennbar auslösende Ursache).

Ergebnisse

  • Das durchschnittliche Alter des kindlichen und jugendlichen Unfallopfers beträgt 7 Jahre und 1 Monat (0,8 – 17 Jahre), m : w = 1,5 : 1.
  • In 79,5% (75 – 91%) war der Hund dem kindlichen Unfallopfer bekannt. In 64% (46 – 75%) der Fälle erfolgte die Beißverletzung durch den eigenen Familienhund im eigenen Haushalt.
  • In 62,4% (40 – 88%) war der Unfall provoziert, d.h. es wurde ein den Unfall vermutlich auslösender Parameter angegeben.

Konklusion

Die Ergebnisse der Metaanalyse ermöglichen eine Identifikation von Risikofaktoren des Unfallopfers und der situativen Bedingungen eines Beißunfalles. Unter Einbeziehung der Quellen der Verhaltensforschung (Tierpsychologie) sowie der Humanpsychologie werden diese Ergebnisse interpretiert. Die detailliert ausgeführten Empfehlungen zur Unfallprävention von Beißunfällen im Kindes- und Jugendalter beziehen sich einerseits auf die Ebene des Hundes mit den Bereichen Genetik, individuelle Sozialentwicklung, erlerntes Verhalten, psychische und physische Gesundheit, und andererseits auf die Ebene der Menschen (kindliches Unfallopfer, Eltern, Hundehalter) mit konkreter Informationsvermittlung über möglichst risikofreies Verhalten gegenüber Hunden.

Hinweis:

Die beiden folgenden aktuellen Artikel liegen diesem Vortrag zugrunde, sind im „Hundemagazin WUFF“ in der Ausgabe März 2002 veröffentlicht und auf der Websitewww.wuff.at als pdf-File verfügbar:

  • Mosser H.: Hunde-Beißunfälle bei Kindern und Jugendlichen: Eine Metaanalyse der Risikofaktoren. Hundemagazin WUFF 3:40-43, Ausgabe März 2002
  • Mosser H.: Unfallprävention bei Kindern im Umgang mit Hunden. Hundemagazin WUFF 3:18-24,2002, Ausgabe März 2002

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