Unfälle im Wasser - Prävention und korrekte Hilfe

Anita VIETAUER
Rettungssschwimmlehrerin Österreichische Wasserrettung

Kind im Schwimmbad ertrunken!

Diese und ähnliche Schlagzeilen finden sich immer wieder in den Medien. Als erfahrener Rettungsschwimmer liest man solche Artikel sehr genau und wird oft an eigene Erfahrungen erinnert:

  • Kind spielte unbeaufsichtigt am Beckenrand
  • Aufsichtsperson war kurz telefonieren
  • Das bereits unter Wasser befindliche Kind ist niemandem aufgefallen
  • Drei Kinder waren alleine im Schlauchboot unterwegs
  • Der Beckenrand des Swimmingpools war nicht gesichert

Solche Beobachtung machen die Mitglieder der Österreichischen Wasser-Rettung, die ihren Dienst an den verschiedensten Badestellen in Österreich versehen, viel zu oft. Wenn die Aufsichtspersonen sich mehr Gedanken darüber machen würden, sich der Gefahr mehr bewusst wären und danach handeln würden, könnten viele Unfälle vermieden werden. Wir möchten Ihnen hier einige Tipps geben, um Unfälle zu vermeiden, durchaus aber auch Hinweise geben, wie Sie im Fall des Falles korrekt helfen können.

Unfälle im Wasser - Prävention und korrekte Hilfe

So einfach die Baderegeln klingen, so selten werden sie leider – vor allem von Erwachsenen – eingehalten. Diese einfachen Regeln beinhalten aber bereits die wichtigsten Verhaltensweisen, um Badeunfällen vorzubeugen. Diese Baderegeln sind nicht nur für Kinder! Kinder lernen von den Erwachsenen durch Nachahmung. Die Vorbildwirkung ist daher auch in diesem Bereich von besonderer Bedeutung. Genau dies erkennt man, wenn man sich die Umsetzung der hier beispielhaft ausgewählten zwei Baderegeln überlegt.

Stoße nicht aus Spaß Deinen Freund ins Wasser.

Genau dies sieht man in vielen Bädern täglich. Ein Erwachsener stößt einen anderen Erwachsenen oder auch ein Kind „zum Spaß“ ins Wasser. Es wird oft argumentiert, man passe ja auf, dass nichts passiert. Sehen Sie auch, wenn jemand unter der Brücke hervortaucht? Können Sie von Ihrem Kind diese „Vorsicht“ auch erwarten?

Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere sind im Freigewässer gefährliche Spielzeuge.

Eine Luftmatratze mit drei Kindern 20 Meter vom Ufer entfernt – daneben, bei genauerem Hinsehen, schwimmt doch ein Erwachsener. Dieses Bild können Sie in öffentlichen Freibädern täglich beobachten. Es genügt oft schon, wenn ein Kind, das noch nicht gut schwimmen kann, von der Matratze rutscht. Noch gefährlicher kann diese Situation durch eine plötzliche Welle und einen Windstoß werden. Auch mit Hilfsmitteln und unter Aufsicht sollten Kinder nur so weit „hinausschwimmen“, dass sie aus eigener Kraft wieder zurück schwimmen können. 

Egal ob im seichten oder tiefen Gewässer – auch Schwimmflügel oder andere Schwimmhilfen sind nur unter Aufsicht zu verwenden! Genau diese Aufsicht durch die Eltern ist im Bad von besonderer Wichtigkeit, wo ein Kind sehr schnell aus den Augen gerät und schnell in eine Gefahrensituation kommen kann.

Durch möglichst frühzeitige Ausbildung der Kinder im Schwimmen – bereits im Alter von vier bis fünf Jahren – kann am besten gegen Badeunfälle vorgebeugt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kinder im Wasser ohne Aufsicht alleine gelassen werden sollen. Das Schwimmen muss geübt und das Können gesteigert werden. Auf die Verwendung von Schwimmflossen sollte in den ersten zwei bis drei Jahren nach der Schwimmausbildung verzichtet werden, da „Schwimmanfänger“ dadurch die bereits erlernten Schwimmbewegungen vernachlässigen, ja sogar verlernen.

Helfen, aber wie …

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind Unfälle nie ganz auszuschließen. Um in solchen Situationen wirklich prompt und korrekt reagieren zu können, sind entsprechende Ausbildungen unumgänglich.

In Rettungsschwimmkursen wird gezeigt, wie jeder Schwimmer durch einfache Hilfsmittel und auch ohne perfekte Schwimmkenntnisse gefahrlos helfen kann. Wie man einen ermüdeten Partner im Wasser zum Ufer bringt, lernen bereits elfjährige Kinder. Durch den Einsatz von Rettungsmitteln – z.B. einer einfachen Luftmatratze – kann jeder Schwimmer einem anderen helfen.

Speziell im Bereich der Ersten Hilfe hat sich in den letzten Jahren viel getan. Die Erste Hilfe ist noch einfacher geworden, muss aber trotzdem in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Nutzen Sie die Angebote spezieller "Kinder-Erste-Hilfe-Kurse".

Bevor etwas passiert:

  • Schaffen Sie sich einen Überblick über eventuelle Gefahrenstellen!
  • Lassen Sie Ihr Kind nie unbeaufsichtigt!
  • Erkundigen Sie sich, wo Sie im Notfall Hilfe bekommen können (Bademeister, Notrufmöglichkeit/Telefon)!
  • Wo gibt es eine Erste-Hilfe-Station oder zumindest Erste-Hilfe-Material?
  • Schauen Sie sich nach allfälligen Rettungsmitteln (Luftmatratzen, Schlauchbooten usw.) um!
  • Einige wichtige Tipps bei Badeunfällen:
  • Alarmieren Sie den Bademeister und andere Badegäste.!
  • Schwimmen Sie nie ohne Rettungsmittel zum Verunfallten (Eigenschutz).!
  • Schonende Bergung aus dem Wasser bei Verdacht auf Verletzungen der (Hals-)Wirbelsäule (Kopfsprung ins seichte Wasser)!
  • War der Verunfallte unter Wasser, muss er unbedingt zum Arzt, auch wenn es ihm nach der Bergung wieder gut geht ("Beinahe-Ertrinken" à sekundäres Ertrinken)!
  • Achten Sie auf die Körpertemperatur (Unterkühlung)!

Diese Punkte stellen nur einen kleinen Ausschnitt dessen dar, was Sie in Rettungsschwimm- und Erste-Hilfe-Kursen lernen. Wir alle können überraschend in die Situation geraten, einem Mitmenschen – vielleicht auch dem eigenen Kind – Hilfe leisten zu müssen. Wie Sie Unfälle vermeiden, im Notfall aber auch helfen können, zeigen wir Ihnen gerne in der Praxis.

Die Österreichische Wasser-Rettung …

bietet Aus- und Fortbildung im

  • Schwimmen
  • Rettungsschwimmen
  • Tauchen
  • Führen von Motorbooten

Und übernimmt gerne auch

  • Einsatzdienste bei Veranstaltungen oder
  • die Überwachung von Bädern
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Web: http://wien.owr.org

weitere Informationen:

Inlineskating - Unfälle im Kindesalter: Verletzungsmuster und Prävention

Checkliste zur Unfallverhütung beim Sport

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