Verbrennungen - Ein Spezialgebiet der Kinderchirurgie und Jugendchirurgie in der Klinik Donaustadt (ehem. Donauspital – SMZOst)

Ein Spezialgebiet der Kinderchirurgie und Jugendchirurgie in der Klinik Donaustadt (ehem. Donauspital – SMZOst) ist die Behandlung von Verbrennungen. Das auch unter der Berücksichtigung des Umbaues sowie getrennter OP – Klimatisierung der intensivmedizinischen Einheiten. Jede Einheit ist gleichsam als sterile Isoliereinheit auszurichten. Somit konnten die Rahmenbedingungen für eine moderne Verbrennungsbehandlung neuerlich verbessert werden.

Durch Hitzeeinwirkung kommt es abhängig von der Temperatur und der Einwirkdauer zu einer unterschiedlich schweren Gewebsschädigung der Haut.

Verbrennungen - Ein Spezialgebiet der Kinderchirurgie und Jugendchirurgie in der Klinik Donaustadt (ehem. Donauspital – SMZOst)

Verbrennungen - Ein Spezialgebiet der Kinderchirurgie und Jugendchirurgie in der Klinik Donaustadt (ehem. Donauspital – SMZOst)


Verbrühungen durch heißes Wasser (Tee) sind am häufigsten. Verbrennungen durch fetthaltige Flüssigkeiten (heiße Suppe, Öl,..) neigen dazu schwerwiegender zu sein.

Wir unterscheiden – je nach Tiefenausdehnung - 3 Schweregrade, die einer entsprechend gradangepassten Behandlung bedürfen:

Grad I:

  • nur die oberste Hautschicht betroffen
  • Rötung der Haut (Verbrühung)
  • spontane Abheilung ohne Narbenbildung

Grad II:

IIa: oberflächliche zweitgradige Verbrennung:

  • Zerstörung der oberflächlichen Koriumschichten (Lederhaut)
  • Blasenbildung
  • Wundgrund feucht und gerötet
  • Nägel und Haare haften fest an
  • sehr schmerzhaft
  • spontane Abheilung ohne wesentliche Narbenbildung

IIb: tiefe zweitgradige Verbrennung

  • Zerstörung der tiefen Koriumschichten
  • Blasenbildung
  • Wundgrund weißlich
  • Schmerzempfindung herabgesetzt
  • Spontanheilung möglich
  • oft entstellende Narbenbildung

Grad III: Verbrennung aller Hautschichten

  • Zerstörung der Haut, Lederhaut und der Hautanhangsgebilde
  • Haare und Nägel fallen aus
  • Wundgrund weißlich bis bräunlich, ledrige Konsistenz
  • Spontanheilung nicht möglich

Grad IV: Verkohlung

  • Verbrennungen, die über die Haut hinaus gehen
  • Sehnen, Muskeln, Nerven sind betroffen

Behandlung von Grad I Verbrennungen:

Reinigung mit einem „milden“ Desinfektionsmittel (Schleimhautdesinfektions-mittel), danach Auftragen einer Brandsalbe (rückfettende Salben, Heilsalben).

Behandlung von Grad II Verbrennungen:

Reinigung mit physiologischer Kochsalzlösung, bzw. einem „milden“ Desinfektionsmittel; danach Auftragen von Flammazine® -Salbe und Abdeckung mit Fettgaze, ergänzt durch spezielle Folienverbände. Diese Verbände sollten immer wieder in regelmäßigen Abständen gewechselt werden. Wichtig ist es bei diesen Verbandwechseln den Hautschaden bezüglich seiner Durchblutung zu beurteilen. Hier kann sich die Situation ergeben, dass die alleinige Wundreinigung nicht ausreicht und abgestorbene Hautareale zusätzlich entfernt werden müssen (Debridement). Wenn man nach etwa 3 Tagen stabile Wundverhältnisse vorfindet kann mit einer längerfristigen Abdeckung begonnen werden. Hier decken wir diese Verbrennungen beispielsweise mit dem neuen Produkt Suprathel® ab. Suprathel® ist ein innovativer Hautersatz, der hauptsächlich aus Milchsäure (Lacto – Capromer) aufgebaut ist, sich über der geheilten Haut selbst auflöst, einen schmerzstillenden Charakter und eine antiinfektiöse Komponente aufweist. Nach Reinigung der Wunde, Abtragung von Blasen und abgestorbenem Gewebe, wird Suprathel® auf die Wunde aufgelegt. Das Material ist plastisch verformbar, haftet sofort am Wundgrund an und kann somit sehr gut im Bereich von Fingern, Zehen und im Gesicht verwendet werden. Darüber kommt eine Schicht Fettgaze und ein trockener Verband. Die Verbrennungswunde kann unter Suprathel® ungestört abheilen, schmerzhafte Verbandwechsel entfallen und das Material löst sich von den geheilten Stellen nach 7 bis 20 Tagen, je nach Tiefe der Verbrennung von selbst ab.

Bei „tief zweitgradigen Verbrennungen“ (IIb) ist mit einer längeren Heilungsphase zu rechnen. Das Problem liegt in den abgestorbenen Hautanteilen, die entfernt werden müssen und danach größere Gewebsdefekte hinterlassen. Eine „Daumenregel“ ist „heilt eine Verbrennung nicht innerhalb von 2 bis 3 Wochen spontan ab, ist mit der Bildung von hypertrophen (verdickten) Narben zu rechnen“. Um die Narbenbildung größtenteils zu verhindern bzw. zu regulieren muss der entstandene Gewebedefekt mit einem Eigenhauttransplantat abgedeckt werden.

Zweitgradige Verbrennung nach Entfernung der Hautblase
Zweitgradige Verbrennung nach Entfernung der Hautblase.

 
Behandlung von Grad III Verbrennungen:

Hier finden sich abgestorbene Hautanteile in einem Ausmaß, dass man bei ausschließlich körpereigener Regeneration (Heilung) mit einer starken Narbenbildung zu rechnen hat. Um die überschießende Narbenbildung zu verhindern muss das abgestorbene (nekrotische) Gewebe entfernt und der entstandene Hautdefekt mit Eigenhaut (günstig) oder einem Hautersatz gedeckt werden.

Drittgradige Verbrennung
Drittgradige Verbrennung, wobei als typisches Merkmal die Haut blass, also nicht durchblutet und in oberen Hautabschnitten bereits abgestorben vorliegt. Diese Hautanteile müssen entfernt und durch Hauttransplantationen ersetzt werden.


Eigenhaut-Transplantation:

Entnahme einer Eigenhautschicht von etwa 0,2mm Dicke (Spalthaut) vorzüglich vom Oberschenkel, Gesäß, Rücken oder auch Kopf mit einem speziellen Präparationsgerät (so genanntes Dermatom). Danach erfolgt die Herstellung eines „Maschengittertransplantates“ (Meshgraft). Dadurch kann die gewonnene Spalthaut in der Breite, beispielsweise um etwa 1/3 gedehnt und zusätzliche damit Fläche zur Deckung gewonnen werden. Es folgt die Befestigung mit Hautklammern oder das Einnähen des Transplantates auf die chirurgisch aufbereitete Defektstelle. Das Transplantat heilt innerhalb einer Woche (bis 10 Tage) ein und zwischen den „Maschengittern“ bildet sich neue Haut. Im Gesicht und bei mechanisch beanspruchten Regionen wird Vollhaut (in der gesamten Dicke ohne Unterhautfettgewebe) transplantiert.

Deckung des Vorfußes, der hier drittgradig verbrannt war mit einem sogenannten Spalthauttransplantat
Deckung des Vorfußes, der hier drittgradig verbrannt war mit einem sogenannten Spalthauttransplantat.

Deckung der rechten Schulter und des oberen rechten Brustkorbes, der hier drittgradig verbrannt war mit einem sogenannten Spalthauttransplantat
Deckung der rechten Schulter und des oberen rechten Brustkorbes, der hier drittgradig verbrannt war mit einem sogenannten Spalthauttransplantat.


Kulturhaut:

Im Labor können innerhalb von 15 bis 20 Tagen 1 bis 2 m² Eigenhaut gezüchtet werden. Diese Methode ist sehr aufwendig und teuer und das gewonnene Transplantat neigt stark zur Schrumpfung und ist wenig belastungsfähig.

Hautersatz:

Wenn nicht genügend Eigenhaut zur Verfügung steht, ist eine vorübergehende Deckung mit Ersatzhaut notwendig. Es findet biologischer Hautersatz (Schweinehaut, menschliche Leichen- und (Amnion) Eihaut), wo aber ein gewisses Restrisiko einer Infektion (Krankheitsübertragung) nicht auszuschließen ist, Verwendung, oder der Einsatz von Kunsthaut, die aber regelmäßig gewechselt werden muss.
Eine innovative Methode zur Versorgung tiefer Gewebsdefekte ist die Deckung mit Integra®. Hierbei handelt es sich um einen zweischichtigen Hautersatz, der aus tierischem Binde- und Knorpelgewebe und einer Silikonschicht besteht, und der innerhalb von etwa drei Wochen durch körpereigenes Gewebe ersetzt wird. Dann erfolgt die Entfernung der Silikonschicht und die Deckung mit einem dünnen Spalthauttransplantat. Es kann damit ein sehr gutes kosmetisches und funktionelles Ergebnis erzielt werden.

Plastische Deckung:

Bei sehr tiefen Gewebsdefekten, mit freiliegenden Sehnen oder Knochen, ist oft eine aufwendige plastisch-chirurgische Rekonstruktionsoperation notwendig.

Nachbehandlung:

Wunden, die nicht innerhalb von 2 bis 3 Wochen abgeheilt sind, neigen zur hypertrophen (überschießender) Narbenbildung. Das sind Narben, die über das Niveau der Haut ragen, sehr entstellend wirken und durch Schrumpfungstendenz zu Funktionseinschränkungen führen können. Um die Narbenbildung zu unterdrücken gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Kompressionsverbände und Anzüge (Therapiedauer: mindestens 1 Jahr)
  • Silikonauflagen
  • Narbenmassagen
  • Narbenunterspritzungen mit Kortison

Korrekturoperationen sind erforderlich, wenn durch hypertrophe Narben die Funktion von Gelenken beeinträchtigt wird.

Deutliche Narbenbildung am Rand des Hauttransplantates
Deutliche Narbenbildung am Rand des Hauttransplantates

Hauttransplantate:

Transplantierte Haut muss aufgrund der fehlenden Talg- und Schweißdrüsen regelmäßig mit fetthaltigen Salben und Bädern gepflegt werden. Sonnenbestrahlung soll vermieden werden, da Narben leichter einen Sonnenbrand bekommen und sich nachhaltig verfärben können.

Psychosoziale Betreuung:

Bleibende und entstellende Narben sind für die betroffenen Kinder und Angehörigen eine große psychosoziale Belastung und bedürfen einer umfassenden Unterstützung, die man in diversen Selbsthilfegruppen finden kann.

Prävention von Verbrennungsverletzungen

Prävention von Verbrennungsverletzungen

Weiterführende Informationen/Studien:

Problematik von Verbrennungen - neue Gefahrenquellen/Studie über textile Verbrennungen

So schützen Sie Ihr Kind vor Verbrennungen

Verbrennungen - Übersicht

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