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News 2011-12KONGRESS: AKUTMEDIZIN IM KINDESALTER
Voraussetzung für eine optimale Behandlung von Kindern mit ausgedehnten thermischen Verletzungen ist eine gute Zusammenarbeit unterschiedlicher Fachgebiete. So ist der diesjährige Kongress der Van - Swieten Gesellschaft unter dem Titel „Akutmedizin im Kindesalter“ ganz dem Kind gewidmet. Das Programm wurde von der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie des Donauspitals unter der Leitung von Primarius Dr. Alexander Rokitansky, unterstützt durch Dr. Konstanze Langanke, organisiert. Die moderne Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie des Donauspitals ist seit 2008 konkret als "Verbrennungszentrum für Kinder und Jugendliche" im Wiener Spitalsplan etabliert. So wurden im Donauspital entsprechende "Pflegeeinheiten" an der Intensivstation der Kinder- und Jugendchirurgie geschaffen wo beispielsweise (im Schleusenbetrieb) gänzlich keimfreie Luftverhältnisse - vergleichbar einem Operationssaal - geschaffen werden können. Damit sind optimale Voraussetzungen zur Behandlung brandverletzter Kinder seitens des Wiener Krankenanstaltenverbundes - vertreten am Kongress durch Fr. Dr. Susanne Drapalik - entstanden. In Zusammenarbeit mit den Verbrennungsspezialisten der Shriner´s Hospitals in den USA, Dr. David Herndon (Texas) und Dr. David Greenhalgh (Kalifornien), und Kollegen aus dem deutschsprachigen In- und Ausland (Schweiz, Deutschland, Niederlande und Rumänien) wurde ein internationaler interdisziplinärer Bogen von der Akutversorgung bei thermischen Verletzungen im Kindesalter über intensivmedizinische Besonderheiten beim Kind bis hin zur Nachbehandlung bzw. den möglichen Korrektur-Operationen gespannt. Experten mit großer Kompetenz und Erfahrung haben referiert und neben den Themen der "Verbrennungskrankheit", monate- bis jahrelang veränderten Kreislaufverhältnissen, der langen Stresssituation des Organismus und dem Wachstumsstillstand der Kinder auch das Thema der modernen "Hautersatzmateralien" diskutiert.
Großschadensereignisse: Die Katastrophe unter Kontrolle bringenDr. Herbert Haller, Unfallkrankenhaus der AUVA, Linz berichtete über „Großschadensereignisse mit jugendlichen Brandverletzten“ referieren, die eine große Herausforderung an die gesamte Logistik eines Gesundheitssystems darstellen. Zusätzlich zu den logistischen Anforderungen der Erstversorgung kommt noch ein hoher Qualitätsanspruch an die definitive Versorgung. Aufgrund der hohen Anforderungen von Brandverletzungen an die Ausstattung medizinischer Zentren als auch an die personelle Ausstattung und fachliche Qualifikation sind nationale Kapazitätsgrenzen schnell erreicht. Eine Gliederung der versorgenden Krankenhäuser, gezielte Triage- und Versorgungsschritte, sowie gezielte Erhebung der Verletzungsschwere müssen zu einer angepassten Verteilung der Verletzten führen. Daten müssen in der zentralen Katastrophenleitstelle zentral gesammelt werden und den zur Verfügung stehenden Betten in Brandverletzteneinheiten (national und grenzüberschreitend) gegenüber gestellt werden. Das Expertengremium ist sich darüber einig, dass die chirurgische Versorgung aller Verbrennungsfälle am Kind zentralisiert an einem Schwerpunktzentrum wie dem Donauspital stattzufinden hat. Neben dem Hauptthema der „kindlichen Verbrennung“ konnten Experten gewonnen werden, die über ihre Erfahrung zum Thema „Strahlenbelastung“ Auskunft gaben. Gerade der nukleare Notfall wurde auf breitester Ebene, auch unter Einbindung der Expertise des österreichischen Bundesheeres diskutiert und entsprechende Einrichtungen des Katastrophenschutzes (Fahrzeug "Dingo" http://de.wikipedia.org/wiki/ATF_Dingo / Katastrophenzug der Wiener Rettung http://members.chello.at/wienerrettung/PV/ MA70_info/katastrophenzug.htm) vorgeführt.
Akutsituation zur Routine machen - Simulationsmedizin im Vormarsch
Übernommen von der Luftfahrt, stellt das Training des Managements von Akutsituation am Simulator eine neuartige und sehr effiziente Form der Aus- und Weiterbildung des medizinischen Personals dar. Ein Simulator ist eine spezielle Wiederbelebungspuppe, die eine Vielzahl von Vitalfunktion eines Menschen darstellen kann (Schreien, Weinen, Bewegungen, Lippenverfärbungen…) und auch gestörte Organfunktion wiedergibt (Rhythmusstörungen, Atembeschwerden, Herzstillstand…). Das aufwändige technische Innenleben gestattet die Simulation nahezu jeder Art von Notfall, incl. der dazugehörigen Maßnahmen. Beispielsweise wird bei einem simulierten Kollaps der Lunge auf der betreffenden Seite mittels eines Lautsprechers das Atemgeräusch ausgeblendet. Dadurch bietet sich dem untersuchenden Arzt beim Abhören mit dem Stethoskop tatsächlich eine Abschwächung oder ein völliges Fehlen des Atemgeräusches. Bei der nötigen Entlastung mittels Punktion wird dann der Umgang mit dem notwendigen Instrumentarium wirklichkeitsnah geübt. Das ist besonders wichtig, haben diese Instrumente im Vergleich zu Erwachsenen doch die Dimensionen von "Puppenspielzeug". Zusätzlich erfolgt die Aufnahme der Situation mittels Videokamera um nach der Trainingseinheit eine Nachbesprechung mit den Schulungsteilnehmern zu ermöglichen (Debriefing). Schließlich werden auch Situationen in einem wirklichen OP nachgestellt, sodass die Grenzen zwischen Simulation und Wirklichkeit (ähnlich wie in Flugsimulatoren) verschwimmen.
Das Donauspital organisiert unter der Leitung von Primarius Dr. Walter Klimscha unterstützt durch Dr. Christian Scheibenpflug seit Anfang 2008 regelmäßig diese Kinder-Simulationskurse für medizinisches Personal im Akutbereich (Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin). Die Teilnehmer kommen aus ganz Österreich, sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal. Weiters werden die MitarbeiterInnen der Kinderintensivstation im Donauspital regelmäßig am Simulator geschult. Das Simulatortraining stellt die effektivste Form der Aus- und Weiterbildung dar (aus Fehlern wird gelernt!). Diese komplexen Situationen zu simulieren erfordert natürlich auch eine aufwändige Teamschulung. Der Betrieb des Modells muss für einen Kurs von vier Tutoren gemacht werden, die nur 8 Kursteilnehmer unterrichten können.
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