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Unfallverhütung im Straßenverkehr: Kinderfußgängerunfall

Prof. Dr. J. MAYR (1), Ch. Eder (1), P. Spitzer (2), D. Zebedin (3), J. Wernig (4), A. Berghold (5)

1 Univ. Klinik für Kinderchirurgie Graz
2 Univ. Klinik für Radiologie, Department für Kinderradiologie, Graz
3 GROSSE SCHÜTZEN KLEINE, Graz
4 Steyr Daimler Puch, Abt. für Fahrzeugsicherheitstechnik, Magna Comp., Graz
5 Institut für Medizinische Informatik Graz

Ergebnisse:

468 Kinder - Fußgängerunfälle wurden retrospektiv analysiert, 202 Elternfragebögen (Rücklaufquote: 43%) wurden von betroffenen Eltern ausgefüllt und 75 Unfälle konnten bisher durch die Arbeitsgruppe besprochen werden.

Der Altersgipfel der verletzten Kinder liegt bei 7 Jahren (Range: 1 - 16 Jahre ) (57% Knaben und 43% Mädchen).

Häufigste Verletzung: Kopfverletzungen und Beinverletzungen.

4 Kinder verstarben (2 Kinder starben an Halswirbelsäulen- und Kopfverletzungen[Aufprallgeschwindigkeit am Fahrzeug jeweils 70 - 80 km/h], 2 an Kopfverletzungen [Anprallgeschwindigkeit 30-60km/h, Kopfaufprall auf Fahrzeug, Fahrbahn und Gehsteigkante]) Prozentsatz der schwerverletzten Kinder bei Unfällen am Land signifikant höher als im Stadtbereich (häufig höheres Anpralltempo am Land [Tempolimite im Stadtbereich]).

Jeder 3. Fußgängerunfall im Kindesalter ereignet sich am Schulweg.

Besondere Gefahren:

  1. Zebrastreifen ohne Ampel (20% der Unfälle)
  2. Zebrastreifen über mehr als 2 Fahrbahnen.
  3. Zebrastreifen ohne spezielle Ausleuchtung.
  4. Komplizierte Kreuzungen ( versetzte Kreuzungen, 3 oder 5 einmündende Strassen)
  5. Bushaltestellen, Strassenbahnhaltestellen
  6. Unzureichende Schulbuskennzeichnung
  7. Baustellenbereiche (Gehsteigbeeinträchtigung, Zugang zu Schutzwegen schwierig)
  8. Sehr hohes Verkehrsaufkommen (an 47% der Unfallstellen), Stauzonen
  9. Kaum verwendete reflektierende Kinderkleidung (derzeitige Verwendungsrate: 12%)
  10. Haus- und Hofzufahrten (für Kleinkinder durch reversierende Fahrzeuge)

Bisher wurden 75 Unfälle analysiert und in 6 Fällen akut verkehrsplanerische Änderungen (Kreuzungsumplanungen, neue Schutzwege, Wiedereinführung des Grazer Verkehrskindergartens, Schutzwegumplanung, Spielplatzeingangsabsicherung, ...) erreicht, sowie in 16 Fällen Überprüfungen oder Markierungsarbeiten veranlasst.


weitere Informationen:

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