Chylothorax

Charakteristika:

  • Ansammlung von Lymphe im Pleuraraum.
  • Physiologisch fließt die Lymphe vom rechten und linken Lumbalstamm in die linke Vena subclavia (Angulus venosus) über die Cysterna chyli und den Ductus thoracicus. (Hiatus aorticus, in der Höhe des 5. Brustwirbels nach links neigend).
  • Der Ductus thoracicus hat glatte Muskulatur in der Wand und den Klappen.
  • Häufige Gründe von Pleuraerguss in den ersten Lebenstagen (Missbildungen des Ductus thoracicus, Geburtstrauma oder unklare Äthiologie).
  • Andere Ursachen: Einsetzen eines zentralen Venenkatheters, postoperativ (Herzoperation, Operationen im Mediastinum), Brustkorb-Drainage-Schläuche, stumpfes Thoraxtrauma, Pneumonie, Neoplasmen.
  • Chronischer Verlust von T – Zellen (kann zu einem geschwächten Immunstatus führen).
  • Flüssigkeits- und Elektrolyt-Ungleichgewicht, Mangelernährung. 
  • Möglicher mediastinaler Shift.

Symptome:

  • Ateminsuffizienz (Tachypnoe), verminderte (keine) Atemgeräusche und Dämpfung des Klopfschalls an der betroffenen Seite.
  • Lymphozytopenie als Folge des Lymph-Verlusts.

Diagnostisches Vorgehen:

  • Physikalische Untersuchung.
  • Atmungs- und Kreislaufmonitoring (Blutgase, Blutdruck, Lymphozyten-Zahl) 
  • Ultraschall, Thoraxröntgen in aufrechter Position.
  • Thorakozentese (Aspiration von milchiger Flüssigkeit nach oraler Nahrungsaufnahme, Chylomikronen, erhöhte Lymphozytenzahl).

Operationsindikation:

  • Wenn der Lymphfluss anhält (mehr als 15ml/kg KG/Tag) über einen Zeitraum von etwa 1 Monat (TPN-Patient). Dieses Abwarten vermindert die Notwendigkeit einer chirurgischen Intervention!

Behandlung/Operation:

  • Wiederholte Throrakozentese oder Bülaudrainage zum Entfalten der Lunge.
  • Totale parenterale Ernährung (keine orale Nahrungsaufnahme), um den Lymphfluss drastisch zu vermindern.
  • Ernährung begrenzt auf so genannte mittelkettige Triglyceride (MCT). 
  • Die meisten Chylothoraces heilen spontan!
  • Operation:
    - Versuch, die Läsion mittels Thoracoskopie oder Thorakotomie zu
    lokalisieren.
    - Platzierung von chirurgischen Clips oder mehreren Nähten, ev. Ligatur des
    Ductus thoracicus (Hauptgang) über und unter dem Leck. 
    - Ein pleuroperitonealer Shunt kann wirksam sein. 
    - In rezidivierenden Fällen kann eine Pleurodese hilfreich sein.

Postoperatives Management:

  • Thorax-Drainagen können entfernt werden, wenn die Lunge voll entfaltet ist und das Drainage-Volumen auf unter 20 bis 50cc innerhalb von 24 Stunden gefallen ist.
  • Antibiotikagabe.
  • Sog an den Drainageschläuchen problematisch (Aktivierung des Lymph-, bzw. Chylusflusses).

Prognose:

  • Die meisten Chylothoraces lösen sich spontan auf.

Weiterführende Informationen/Studien:

Lungenabszess

Pneumothorax

Empyem (eitrige schwere Lungenfellentzündung)

Hämothorax

Chylothorax

KidsDoc.at
Diese Seite weiterempfehlen:
Bitte beachten Sie: Der Inhalt dieser Seite dient lediglich der Information und ersetzt NICHT DEN ARZTBESUCH!
KINDERCHIRURGIE UND JUGENDCHIRURGIE WIEN
(eine Serviceleistung des Vereins für Kinderchirurgie und Kinderchirurgische Intensivmedizin)
Impressum   |   Datenschutz   |   Website by berghWerk New Media