Die Invagination

Die Invagination, speziell die ileocolische, ist eine häufige Ursache des mechanischen Säuglingsileus (Darmverschluss). Meist sind gut genährte Kinder in ihrem 2. Lebenshalbjahr betroffen. Ursächlich findet sich oftmals eine Hypertrophie des lymphatischen Gewebes (Peyer´sche Plaques), aber auch ein Meckel´sches Divertikel, Polypen, Duplikaturen, Lymphome, Hämangiome oder submucöse Blutungen sind als auslösende Faktoren beschrieben. Bei älteren Kindern (Schulkindern) müssen Dünndarminvaginationen im Rahmen einer Purpura Schönlein-Henoch bzw. einer cystischen Fibrose (Mucoviscidose) differentialdiagnostische Beachtung finden. 

Typisch für die Invagination ist ein plötzlicher Erkrankungsbeginn aus voller Gesundheit, bei einem gut genährten gesunden Kind. Der Schmerz hat kolikartigen Charakter in Intervallen von etwa 10 bis 15 Minuten. Mit zunehmender Ileussymptomatik erbricht der Säugling gallig. Typisch sind kleinere Portionen von blutig-schleimigem Stuhl (auch so genannte „Himbeergelee-Stühle“). 

Nachdem die Untersuchungsbedingungen erwartungsgemäß meist schwierig sind, lässt sich das Invaginat in als walzenförmiger Tumor im Bereich des rechten Ober- bzw. Mittelbauchs meist nicht tasten. Die wesentliche Untersuchung ist die abdominelle Sonographie, wo sich das Invaginat als „Target- oder Pseudokidneyzeichen“ darstellt. Der weitere diagnostische, sowie auch therapeutische Schritt ist die Irrigoskopie, mit dem Versuch der Devagination auf hydrostatischem oder pneumatischem Weg. Diese Therapie ist umso erfolgreicher, je früher sie durchgeführt wird. Der Kontrastmitteleinlauf erfolgt mit dem Irrigator mit einer Höhendifferenz von 1 m zwischen dem Behälter und dem Patienten. In der Durchleuchtung zeigen sich dann die typischen radiologischen Befunde (Becherform, Kokarde, Sprungfederform, etc.). Alternativ kann die Devagination auch pneumatisch erfolgen, wobei Drücke von 80 bis 100 mmHg im Intervall (z.B. 3 x 3 min.) angewendet werden. Falls diese Maßnahmen über einen Zeitraum von etwa 10 Minuten nicht erfolgreich sind, kann nach einem Intervall von etwa 2h, ein weiterer konservativer Devaginationsversuch Erfolg haben. Bleibt dieser frustran oder bestehen Zeichen einer stärkeren Blutung muss die operative Devagination vorgenommen werden. Die wiederholte Invagination (Invaginationsrezidiv) findet sich in bis zu 20% der Patienten, bei einem Drittel innerhalb der nächsten Tage, bei den meisten innerhalb des ersten Halbjahres nach der Erstmanifestation. Nach dem dritten Rezidiv empfehlen wir die operative Fixierung des terminalen Ileums an das Colon ascendens.

Die Invagination

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